Welches Design?

Hier ist in erster Linie der persönliche Geschmack gefragt : Breit. Schmal. Mit Stein. Ohne Stein. Stein in der Ringschiene eingefasst. Stein in aufgesetzter Fassung, etc......

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und auch wenn uns Hollywood und die großen Juweliere einreden wollen wie ein Verlobungsring auszusehen hat: Regeln gibt es keine.

Außer einer: Der Ring sollte tragbar sein.

So banal wie sich das anhört: der Ring sollte für den Finger konzipiert sein, nicht für’s Foto!

Gerade im Moment sind super-zarte Schmuckstücke sehr in Mode. Das sieht auf dem Foto auch alles ganz nett aus, und ist für ein Fashion-Accessoire auch möglicherweise in Ordnung, aber ein Verlobungsring, den man wirklich tragen soll, sollte nicht zu zerbrechlich sein.
Auch ein alltagstauglicher Ring, kann filigran sein, aber er sollte immer noch mit gesundem Menschenverstand gearbeitet sein, und nicht nur nach dem Trend.

Denken Sie immer daran, was so ein Ring in seinem Leben alles mitmachen muss! Versuchen Sie sich nur einmal vorzustellen wie oft am Tag er in Taschen gestopft, durch Mantelärmel gezogen, mit Tischen, Türen und Griffen kollidiert oder in Handtaschen wühlen muss!

Schauen wir uns dazu die verschiedenen Möglichkeiten an, einen oder mehrere Steine in einem Ring zu verarbeiten:
 

Fassung/Fassungsarten:

- Zargenfassung:
Zargenfassungen sind rundum geschlossene Fassungen.
Sie sind absolut alltagstauglich und können auch einen schönen „Krönchen“-Effekt haben.
Die Zargenfassung ist die empfehlenswerteste Fassungsart. Sie schützt den Stein und bietet Halt, gleichzeitg hat man auch hier verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten.


- Eingeriebner/eingesetzter Stein:
der Stein wird direkt in den Ring eingefasst. Das ist absolut alltagstauglich.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das i.d.R. nur bei kleineren Steinen möglich ist, da der Stein, samt Unterkörper, im Ring „verschwindet“. Je größer der Stein, desto dicker muss also der Ring werden.

Für schlichte Ringe mit einem einzelnen oder mehreren kleinen Steinen, ist es eine schöne, empfehlenswerte Fassungsform, da der Stein rundherum sicher vom Metall umschlossen ist.

Sollten Sie mit einem sogenannten Memoire-Ring liebäugeln, empfehle ich grundsätzlich den Ring maximal bis zur Hälfte mit Steinen ausfassen zulassen, da es bei einem rundherum mit Steinen ausgefassten Ring, so gut wie unmöglich ist, die Ringgröße zu ändern.

- Spannringe:
bei Spannringen wird der Stein zwischen die offene Ringschiene „geklemmt“. Ein „echter“ Spannring, bei dem der Stein nur aufgrund der Spannung im Ring gehalten wird, ist nicht empfehlenswert, da der Stein im Alltag zu leicht aus dem Ring „heraus gehebelt“ wird.
Wenn man sich für einen Ring in Spannringoptik entscheidet, sollte man darauf achten, das unter dem Stein eine kleine Fassung als Verbindung zwischen der Ringschiene angebracht ist, diese also nicht ganz offen ist. So hat der Stein etwas zusätzlichen Halt. Unbedingt ist darauf zu achten, dass der Stein etwas schmaler als der Ring ist und nicht an den Seiten übersteht.

Damit der Ring den Stein halten kann, muss er außerdem etwas höher als der Stein sein.
Daher ist auch hier ratsam, eher einen kleineren Stein zu nehmen, da die Materialstärke des Rings sonst sehr unbequem für den Träger sein wird.

- Krappenfassungen:
Sie sind für viele der Inbegriff des Verlobungsringes!
Leider haben die kleinen „Krönchen-Fassungen“ ein paar Tücken:
zum einen sind sie nicht sehr sicher, denn schließlich sind es nur ein paar kleine Drähtchen, die die schwere Aufgabe haben, den Stein sicher durch den Alltag zu bringen.

Leider kann man an den kleinen Stotzen leicht hängen bleiben und sich so nicht nur Kleidung o.ä. beschädigen, sondern schlimmstenfalls sogar den Stein verlieren.

Außerdem wirkt der Stein in einer Krappenfassung kleiner, als in einer geschlossenen Fassung.
Es stimmt übrigens auch nicht, das der Stein in einer Krappen- Fassung mehr Licht bekommt. Das stimmt natürlich schon irgendwie, aber es nützt ihm nicht viel, denn: Steine sind so geschliffen, dass das Licht das von oben herein fällt, auch wieder nach oben heraus reflektiert wird.


An dieser Stelle möchte ich auch gleich mit einem weiteren Mythos aufräumen:

"Fassungen haben (unten) Öffnungen, damit mehr Licht an den Stein kommt."
Falsch! Denn dann würde der Stein ja anders ausschauen, wenn man den Ring an den Finger steckt!
Steine sind so geschliffen, dass das Licht das von oben herein fällt, auch wieder nach oben heraus reflektiert wird.
Das kleine Löchlein am Boden hat einen viel praktischeren Grund: es dient zur Reinigung!
Beim polieren, und später im Laufe der Zeit beim Tragen, sammelt sich Schmutz in der Fassung an. Auch bei einer geschlossenen Fassung kriecht im Laufe der Zeit Schmutz hinter die Fassung.
Wäre diese komplett „dicht“, wäre der Schmutz kaum wieder heraus zu bringen. Durch die kleine Öffnung ist das aber kein Problem.

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