Perlen

Perlen sind ein ganz besonderes Geschenk der Natur. Unscheinbare Wesen unter der Oberfläche des Wassers schaffen diese wunderbaren Kunstwerke.

Früher noch echte Zufallsentdeckungen, sind Perlen uns, dank der Erfindung der Perlzucht durch Mikimoto, seid etwa hundert Jahren zugänglicher geworden.

„Mein Ziel ist es, dass jede Frau eine Perlcollier tragen kann“ soll Mikimoto einmal gesagt haben - damals noch ein fantastsicher Traum.

Zum Glück für die Frauen ist das Experiment der Perlenzucht geglückt.

Um die Perle rangen sich viele Legenden und Mythen.

Die indischen Maharadschas haben sich gerne üppig mit langen Perlketten behängt, die sie oft wie Schals in mehreren Lagen übereinander gehängt haben.
Kleidung und Kopfputz wurden reichlich mit den Kostbarkeiten besetzt.
Die Perle wurde als Symbol für Glück und Reichtum angesehen.

Griechen und Römer haben die Perle geliebt!
Die Frauen in Athen und Rom haben nicht nur Perlschmuck getragen, sondern auch ihre Haare mit den schimmernden Perlen geschmückt.

Königin Elisabeth I. sagt man geradezu eine Sucht nach Perlen nach. Ein berühmtes Gemälde zeigt sie in einem über und über mit Perlen besetzten Kleid. Lange Perlencolliers hängen von Ihren Schultern herab und auch der Kopfputz ist verziert mit Perlen.

Außerdem trägt sie die wahrscheinlich berühmtesten Perlen der Welt: Sie waren ein Geschenk von Papst Clemens VII. an Caterina de Medici anlässlich ihrer Hochzeit mit Heinrich II., dem späteren König von Frankreich. Diese schenkte die Perlen ihrer Schwiegertochter Maria, Königin von Schottland. Nach deren Festnahme wurden die Kostbarkeiten angeblich an Elisabeth I. verkauft. Vier der ursprünglich sieben Perlen zieren heute die Royal Imperial State Crown der britischen Kronjuwelen.

Eine weitere Berühmtheit ist „La Peregrina“, eine besonders große und schöne Perle die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert an der Pazifikküste gefunden wurde. Diese, erst Teil des spanischen Thronschatzes und Hochzeitsgeschenk für Maria Tudor, wanderte unter anderem durch die Hände von Napoleon III. und Königin Viktoria.

1969 wurde Sie von Richard Burton als Valentinesgeschenk für Elisabeth Taylor bei einer Auktion erstanden. Diese führte wohl einen solchen Freudentanz auf, das die Perle plötzlich verschwunden war. Nach dem sie barfuß die Wohnung abgesucht hat, fand sie sie zwischen den Zähnen ihres Pekinesenwelpen wieder - zum Glück unversehrt!

Aber bedeuten Perlen auch Tränen?
Eine von vielen Legenden über die Entstehung der Perle besagt, dass als Luzifer aus dem Himmel verbannt wurde, die anderen Engel weinten, ihre Tränen ins Meer fielen, von den Muscheln aufgenommen wurden und so Perlen aus Ihnen wurden.
So wurde aus etwas Traurigem etwas Schönes!
Nach dieser Legende sind Perlen also Tränen, aber sie verheißen kein Unglück.

Man unterscheidet folgende Perlsorten:

Orient-Perlen: alle natürlich entstandenen Perlen (also keine Zuchtperlen).

Zuchtperlen: Bei der Perlzucht wird in die Muschel ein kleiner Perlmuttkern eingesetzt. Um diesen Kern herum bildet die Muschel dann immer neue Perlmuttschichten.
Das dauert je nach Größe der Perle durchschnittlich 2-3 Jahre. Bei größeren Perlen deutlich mehr.
Die Muscheln sind bis dahin in den Buchten der Perlfarmen und werden gefüttert und geputzt. Nach einigen Dienstjahren werden Sie dann frei gelassen um sich vermehren zu können.

Bei den Zuchtperlen unterscheidet man noch mal in:

Akoya-Perlen: japanische Salzwasserzuchtperlen. Sie waren die ersten Zuchtperlen.
Akoya-Perlen haben einen ganz eigenen Schimmer und einen leichten Stich ins gelbliche.

Leider sind die Akoya-Bestände sehr zurück gegangen. Das liegt einmal an der zunehmenden Verschmutzung der Gewässer, zum anderen daran das die japanischen Muscheln mit den größeren chinesischen mithalten sollten und dabei überfrachtet wurden und das es vor einigen Jahren in Japan als Trend-Delikatesse galt die Akoya- Muschel zu essen.
Da man auf diese weise den Akoyas aber beinahe den gar aus gemacht hätte, hat man dazu gelernt und nun werden die Muscheln besser geschützt. Die Bestände erholen sich langsam.

Dadurch ist die Akoya-Perle sehr selten und wertvoller geworden.

Süßwasserzuchtperlen: die chinesischen Süßwassermuscheln sind sehr groß und können mehr Perlen produzieren als andere Muscheln. Durch Ihren Lebensraum im Süßwasser sind sie weniger gefährdet durch Stürme und Unwetter wie Ihre Verwandten im Meer.
Die natürliche Farbpalette reicht von weiß über champagner bis zu kräftigen Rosatönen. Süßwasserperlen können ein wunderbar strahlendes weiß haben, jedoch ist ein schöner Lüster selten und etwas sehr besonderes.

Tahiti- und Südseeperlen: sind die Bio-Eier unter den Perlen.
Tahiti-Perlen kommen aus Tahiti (vielleicht haben Sie es sich schon gedacht), Südseeperlen z.B. von den Fidschi-Inseln oder aus anderen Gebieten der Südsee.

Hier gelten ganz besondere Zuchtbedingungen.
Es gibt strickte Quoten wie viele Perlen eingesetzt und geerntet werden dürfen.
Die Muscheln leben „Freilaufend“ (freiliegend trifft es wohl eher) in den Buchten. Sie sind zwar der Gefahr durch Unwetter voll ausgesetzt, können aber so ein ganz normales Muschelleben führen.

Südsee-Perlen gibt es in vielen Farben von weiß über rosa bis zu pastelligen Grün- und Gelbtönen. Besonders begehrt sind die typischen silbrigen bis schwarzen Töne. Südseeperlen haben einen metallischen Glanz und eine ganz eigene Oberflächenstruktur.


Weitere Perlarten sind:

Biwa-Perlen gibt es heute eigentlich gar nicht mehr.
Sie stammen aus dem japanischen Biwa-See, der zum Teil Süß- und Salzwasser enthält. Leider ist durch zunehmende Umweltverschmutzung der See „gekippt“ und seine Bewohner zu Grunde gegangen.
Biwa-Perlen sind häufig wunderschöne Barockperlen in den fantasievollsten Formen. Sie schimmern in teils kräftigen Rosatönen, aber auch in silbergrau und champanger.
Keshi-Perlen sind Südseeperlen die bei der Perlzucht, aber natürlich entstehen. Wie genau, darüber ist man sich noch nicht ganz einig.


Keshi-Perlen sehen oft wie zarte Blütenblätter aus. Sie bilden zauberhafte Barockformen und haben eine breitgefächerte Farbpalette zu bieten.

Als Barock-Perlen werden alle nicht runde, ovale oder tropfenförmige Perlen bezeichnet, also alle natürlichen Fantasieformen.
 

Tips zur Pflege:

Die Kostbaren kleinen Geschenke der Natur verdienen eine gute Behandlung, damit sie immer schön glänzen.

Perlen mögen keine Säuren und Laugen.
Halten Sie deshalb möglichst Parfums, Cremes, Haarspray und Seife von Ihren Perlen fern.

Das verlängert auch die Lebenszeit des Seidenfadens.
Wenn Sie Ihre Perlen nicht tragen, bewahren Sie sie am besten in einer weich ausgeschlagenen Schmuckschatulle oder in einer Collierschachtel auf.

Achten Sie darauf das die Perlen genug Platz haben. „Stopfen“ Sie sie nicht in einen Beutel oder mit mit anderem Schmuck in eine Schublade.

Dann reiben die Perlen sich nicht auf und der Faden wird
nicht überdehnt.

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